2. Kapitel Teilnahme am Gottesbund

Zunächst läßt sich ganz allgemein sagen, daß das durch die göttliche Gnade und die Entscheidung des Menschen gewirkte heilshafte Gottesverhältnis eine Teilnahme an der allgemeinen Heilsgeschichte oder, wie wir mit dem Worte Jesu sagen können, an dem Reiche Gottes ist. Die Teilnahme bedingt eine tiefgrei­fende Verwandlung des Sünders. Das Wort »Ver­wandlung« gehört zu den wichtigsten Begriffen des christlichen Glaubens. Es drückt Vorgänge von ver­schiedenem Tiefgang aus. Die folgenreichste geschah in der Auferweckung Jesu Christi. Eine Verwandlung von großer Tragweite ereignet sich jedesmal, wenn ein Mensch sich im Glauben Christus zuwendet. Wel­cher Art diese Verwandlung ist, soll im folgenden auf-

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gedeckt werden. Die Teilnahme am »Reiche Gottes« ist identisch mit der Aufnahme in den neuen »Gottes­bund« bzw. in die neue »Gottesordnung«.

Die Verwandlung wird ausgedrückt durch das Bild von der Neuheit. Nach dem Zeugnis der Schrift und der Theologie der Kirchenväter ist mit Christus eine neue Epoche der Menschheitsgeschichte eingetreten, ohne daß der Zusammenhang mit der vorausgehen­den aufgehoben worden wäre. Dieses Neue ist aller­dings erst ein Beginn, noch nicht das Ende. Das Ende steht noch aus. Dieses wird den letzten, nämlich den vollendeten Abschnitt der Menschheit einleiten. Aber auch dieses »Ende« wird ein Ende ohne Ende sein. Diese Aspekte können wir in dem Schema »Verhei­ßung und Erfüllung«, »Erfüllung und Verheißung« zum Ausdruck bringen.

  

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