2. ABSCHNITT Das personale Element

1. UNTERABSCHNITT Die drei göttlichen Personen

1. Kapitel Überblick

Es wäre eine Verengung des Gnaden begriff es, wenn wir ihn nur auf die durch die gnadenhafte Veränderung des Sünders von Gott hervorgebrachte neue geistliche Qualität beschränken würden. Das Wort »Gnade« um­greift vielmehr einen viel weiteren Komplex.

Im biblischen Bereich sind es vor allem Paulus und Johannes, welche über die Gnade reflektieren. Nach Paulus ist die Gnade die Enthüllung der Gottesherrlich­keit in Jesus Christus. Der Erweis von Gottes Liebe be­steht darin, daß Jesus für uns, da wir noch Sünder waren, gestorben ist (Rom 5,8). Durch den Gehorsam dieses neuen Adam haben wir alle Zutritt zu Gott (Rom 5,12-21}. Die Gnade läßt sich verstehen als ein Sein im Geiste Jesu Christi. Sie ist »Existenz in Christus«

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oder »Christi Existenz in uns«. Die Hinwendung Gottes durch Jesus Christus zum Menschen im Geiste verän­dert den Menschen derart, daß er Bruder Christi und Sohn Gottes wird. Alles, was Paulus über das Thema von der Gnade sagt, läßt sich in dem Worte von der »Rechtfertigung des Sünders« zusammenfassen.

Johannes verwendet für das Wort Gnade den Aus­druck vom ewigen Leben. Nach der Apostelgeschich­te ist Gnade Gottes Wohlgefallen. Dies ruht auf de­nen, die von der Auferstehung Jesu Zeugnis geben (Apg 1,33). Jemanden der Gnade Gottes übergeben heißt soviel wie ihn dem Wohlgefallen Gottes anver­trauen (Apg 14,26). Man sieht: Ohne den Trinitäts-glauben kann man die Gnadenlehre nicht entwickeln, wie sich ohne ihn überhaupt kein theologischer Trak­tat formen läßt, vor allem nicht die Inkarnation und nicht die Eschatologie. So grenzt sich die christliche Theologie von jeder nicht-christlichen ab.

  

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