3.
Nikaia und Konstantinopel
Wegen
der großen Bedeutung des Konzils von Nikaia (325) und des Konzils von
Konstantinopel (381) sei noch ein Wort über die verschiedene theologische
Ausrichtung der beiden Konzilien gesagt. Der Unterschied liegt nicht nur in
dem Fehlen des im Konzil von Konstantinopel gebotenen Textes bezüglich des
Heili-
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gen
Geistes und Marias. Das konstantinopolitanische Konzil hat liturgisch-pastorale
Tendenz, während jenes von Nikaia ontologisch orientiert ist. Es verfolgt
primär ein dogmatisches Interesse, wird allerdings dadurch zur Basis für
alle späteren christologischen und mariologischen Konzilsaussagungen. In scharf
geprägten philosophisch-theologischen Begriffen weist es den Irrtum zurück.
Das Konzil von Konstantinopel hingegen ist biblisch-heilsgeschichtlich
ausgerichtet, ohne dass dabei, wie derartiges leicht geschehen könnte, der
Glaubensinhalt verschwommen oder unklar bleibt.
Das
Konzil von Konstantinopel ist denn auch im Laufe der Zeit in mehreren
geschichtlichen Phasen als Glaubensbekenntnis der Gesamtkirche in die kirchliche
Liturgie aufgenommen worden. Auch das II. Vatikanische Konzil hat in der
erneuerten Liturgie das »nizäno-konstantinopolitanische« Glaubensbekenntnis
in den römischen Meß-Ordo eingefügt. (Über diese und andere Probleme des
Konzils von Konstantinopel berichtet in einer kurzen, wissenschaftlich
fundierten Weise H.J.Schulz in mehreren Heften der Zeitschrift »Der christliche
Osten« von Heft 1/2, 1981 an.)
Diese
Feststellungen sind von großem Gewicht, weil durch die Aufnahme des genannten
Glaubensbekenntnisses in die Messliturgie die mariologischen Elemente sich
dem allgemeinen Glaubensbewußtsein bis zum heutigen Tage fest eingeprägt
haben.