6.
Kapitel
Zusammenfassung
der Bibelaussagen
Zusammenfassend
können wir bezüglich der Jungfräulichkeit Marias feststellen: Die im
Horizont des kirchlichen Glaubensverständnisses befragte und ausgelegte
Schrift bezeugt die jungfräuliche Empfängnis und Geburt Jesu. Diese ist von
Anfang an unverzichtbares Element des kirchlichen Glaubensbewußtseins und der
kirchlichen Verkündigung. Die Jungfräulichkeit nach der Geburt hängt mit
dem Glauben an die Jungfräulichkeit der Empfängnis und der Geburt unlöslich
zusammen, wenngleich die Lehre sich erst allmählich entfaltet hat.
Für
das Verständnis des kirchlichen Glaubens ist die Jungfräulichkeit im
ganzheitlichen Sinn zu betonen. Das biologische Element ist von grundlegender
Wichtigkeit. Es darf jedoch nicht isoliert werden. Es ist für die Bibel kein
gynäkologisches Problem. Mit dem Biologischen verbindet sich notwendigerweise
die Glaubens- und Gehorsamshingabe Marias. Die ganze, exklusive Hingabe an Gott
bestimmt den Menschen in der Totalität seiner Existenz, seiner Wünsche, seiner
Gedanken, seiner Interessen und seiner Hoffnungen. Marias Jungfräulichkeit darf
weder spiritualistisch noch naturalistisch-biologisch erklärt werden. Sie enthält
sowohl die biologische als auch die seelischgeistige Komponente. Und erst
in dieser Einheit ist sie wahre, dem Zeugnis der Schrift entsprechende Jungfräulichkeit.
Wenn
man in dieser Einheit eine Rangordnung sucht, kommt naturgemäß der
menschlich-personalen Selbstüberantwortung an Gott der höchste Rang zu.
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Das
Biologische ist nicht an sich selbst heilsmächtig, sondern als Medium und
Ausdruck, als Zeichen und Realsymbol der Liebe.
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