3.
Kapitel
Missverständnisse
Schon
aus den Anfängen der Mariologie ist klar zu erkennen, dass die Glaubensaussage
von ihrer Jungfräulichkeit weder ein leibfeindliches Element in sich
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birgt
noch einer falschen Askese entsprungen ist. Sie ist zwar ein einmaliger Vorgang
in der menschlichen Geschichte. Aber gerade dieser Glaube ist es, welcher im
unmittelbaren Zusammenhang mit der Engelsbotschaft an Maria steht. Er ist so
eng mit ihrer Person verbunden, dass man die Botschaft selbst als Legende
entwertet, wenn die Jungfräulichkeit Marias nicht akzeptiert wird.
Schon
hier sei hervorgehoben, dass bei Eirenaios, einem universalen Theologen des
Anfangs, das Wort von der Jungfrau zum Eigennamen geworden ist. Es war schon völlig
in das kirchliche Bewusstsein eingegangen (G. Söll, a.a.O., 40).
Das
erste Zeugnis aus der Alten Kirche der nachapostolischen Zeit für die Jungfräulichkeit
Marias auch nach der Geburt sowie deren Begründung, wenn auch nur mit einem
Konvenienzgrund, stammt von Klemens von Alexandrien (298). Darüber wird später
Genaueres gesagt werden. Offensichtlich war die Äußerung von Klemens der erste
Schritt zu dem Dreiklang: Maria Jungfrau vor, in und nach der Geburt. Dessen
Elemente sollen nun behandelt werden.