4. Glaubenswirksamkeit der Aufnahme Marias in das Apostolische Glaubensbekenntnis

Durch die Mutterschaft Marias gegenüber dem menschgewordenen Logos wird das geschichtliche Hier und Jetzt der Geburt Jesu verbürgt. Der Glaube von der Muttergotteswürde Marias ist denn auch sehr früh in das Apostolische Symbolum aufgenommen worden. Diese Tatsache hat einen hohen Zeugniswert für den Glauben der Alten Kirche. Denn das Apostoli­sche Symbolum wurde Inhalt des Glaubensbewusstseins der Gläubigen. Wo immer der Glaube an Jesus Christus als den Retter angenommen wird, wird auch der Glaube bezüglich seiner Mutter angenommen. Diese Tatsache ist durch die ganze Geschichte der Kir­che hindurch greifbar.

Auch die Reformatoren haben die altkirchlichen Konzilien und deren Symbola angenommen. Erst im Laufe der Entwicklung wurden diese Zeugnisse weit­hin vergessen oder abgelehnt. Wenn von evangeli­scher Seite erklärt wird, die Muttergotteswürde Marias sei nicht zu betonen, so scheint sich hier die Gefahr zu erheben, dass ein Moment der Geschichtlichkeit, d.h. der Wirklichkeit Christi unterschätzt wird. Da Gottes Geist selbst dieses Moment für wichtig genug hielt, dass es in der Bibel bezeugt wird, erfordert das Ja zu den evangelischen Berichten, dass es als bedeutsam angenommen wird.

 

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Noch mal sei betont:

Das Bekenntnis, dass Maria die Mutter des Herrn und daher Mutter Gottes ist, bildet die Grundlage für alle übrigen mariologischen Aussagen. Sie gibt ihnen die feste und sichere geschichtliche Orientierung. Alle »Vorzüge« Marias sind Folgen ihrer Mutterschaft und können aus ihr entfaltet werden. Diese aber ist be­gründet im Willen Gottes und seinem ewigen Heils­plan. Dies erlaubt allerdings keine uferlosen Spekulatio­nen, deren Zusammenhang mit Schrift und Überliefe­rung nicht mehr erkennbar ist.

Das Bekenntnis zur Würde Marias als der Mutter des Herrn und der Mutter Gottes begegnet uns sowohl in den ökumenischen Konzilien der Alten Kirche als auch in den Generalkonzilien des Mittelalters.

 

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