f) Bedeutung des 4. Jahrhunderts für die Mariologie
Der
Kampf gegen die mit dem Arianismus zusammenhängenden Angriffe auf das
marianische Glaubensbewusstsein verleiht dem 4. Jahrhundert für die Entfaltung
der Marienlehre eine besondere Kraft. Sie wurde weder im 4. noch im 5.
Jahrhundert geschaffen, aber sie hat sich in diesen Jahrhunderten von den
Grundlagen der Bibel aus besonders stark entfaltet. Im 4. Jahrhundert ist der
Kirche die Wirklichkeit und die Bedeutung Marias besonders deutlich in das gläubige
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Bewusstsein
getreten, weil die Wirklichkeit und die Bedeutung Marias im Kampfe mit den Häresien
weitgehend im Sinne der Schrift geklärt worden ist. Es hat sich zwar von
jener Zeit an in langsamen Schritten eine eigenständige Mariologie ausgebildet,
namentlich in der karolingischen Zeit
und besonders in der nachtri-dentinischen Mariologie bis zum II.
Vatikanisches Konzil. Sie wurde aber nie von der Christologie völlig losgelöst.
Als
sich im Osten der Sturm gegen die Formel »Got-tesgebärerin« erhob, hat Papst
Cölestin (422 — 432) auf einer römischen Synode des Jahres 430 den katholischen
Glauben von der Gottesmutterwürde Marias feierlich dargelegt mit Berufung auf
Papst Damasus, auf die Theologie des Hilarius und des Ambrosius.