a)
Ignatius
Der
Erste, der in Frage kommt, ist der Bischof Ignatius von Antiochien (gest. um
110). Er hat in seinen sieben Briefen, die er auf dem Wege zum Martyrium in Rom
an verschiedene Gemeinden schrieb, den Marienglauben gegenüber seinen
zwei Hauptfeinden, nämlich dem Gnostizismus und dem Judaismus, klar und bündig
verteidigt. Die Erwählung der Mutter gewährleistet für ihn die volle
Menschheit Jesu. Vom Vater spricht er nicht.
Für
Ignatius von Antiochien ist die Jungfrauengeburt ein Stück anerkannter
kirchlicher Überlieferung. Darauf weisen seine festen formelhaften Wendungen
hin (Eph 7,2; 18,2; Trall 9,1; Smyrn 1,1). Dies bedeutet nicht, dass er dieses
Lehrstück lediglich aus der Überlieferung mitgeschleppt habe. Es gehört
vielmehr in das Zentrum seiner Überzeugungen. Die Jungfrauengeburt ist das
Heilszeichen des christlichen Glaubens (H. v. Campenhausen. Die
Jungfrauengeburt in der Theologie der alten Kirche, 1962, 22). Er hat den
Christusglauben mit mariologischen Elementen verkündet. Die Gegner waren der
leibfeindliche Gnostizismus und die aufgrund ihres strengen Monotheismus Jesus
als wesensgleichen Gott ablehnenden Juden. Er hat bewusst die Mariologie der
Christologie und der Soteriologie ein- und untergeordnet und seinen Ge-
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meinden
den Blick für die heilsgeschichtliche Stellung Marias geöffnet.