2. Kapitel

 

Die Grundlage des neutestamentlichen Gottes­volkes in Maria

 

1. Die Schrift

 

Maria ist von der Überzeugung und von dem Erleb­nis erfüllt, dass die jahrhundertealte Sehnsucht ihres

 

62

 

Volkes in ihr und durch sie hindurch von Gott gesättigt wird. Sie kann sagen, dass alle kommenden Ge­schlechter sie selig preisen werden. Denn alle kom­menden Geschlechter werden von dem Ereignis leben, das Gott durch sie wirkt. Mit ihr, ja in ihr selbst hebt das Neue an. In ihr beginnt die neue Heilszeit. In ihr bildet sich der Anfang des neuen Gottesvolkes und des Neuen Bundes. Sie selbst ist dessen erste Ange­hörige. Wie sich in ihr das Alte zu Ende neigt, so wächst in ihr und aus ihr das Neue in die Geschichte hinein. Indem sie im Glauben an den Messias durch Gottes schöpferisches Wirken die Mutter Christi wird, wird sie die erste Christin. In jener Stunde existierte die Kirche wie in einem Keim in Maria. Sie, die Mutter des Herrn, des Hauptes der Kirche, war das Urbild und der Ausgang des neutestamentlichen Gottesvolkes.

  

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Band V-5