5. Apostelgeschichte

 

Auch die Apostelgeschichte erwähnt Maria. Sie war dabei, als die Jünger Jesu in dem, wie der Text sagt, Obergemach in Jerusalem im Gebet versammelt waren und die Herabkunft des Heiligen Geistes erwarteten. Sie waren dort mit den »Frauen und Maria, der Mutter Jesu« (Apg 1,13f).

 

6. Abschluss

 

G. Söll sagt: »Die Sohneschristologie, eine der reif­sten und gewichtigsten Ausformulierungen der neute-stamentlichen Christologie (R. Schnackenburg), die sich in Verbindung mit der Präexistenz Christi zugleich als klarste Ausprägung der Deszendenzchristologie darstellt, hatte notwendig mariologische Implikatio-nen.« Und: »Dadurch, dass die Deszendenzchristolo-gie in die Inkarnationstheologie einmündet, erhielt die Mutter des Erlösers in der Theologie wie im religiösen Bewusstsein der Gläubigen einen unverdrängbaren Platz. Die soteriologischen Argumente der Orthodo­xen machten Maria für die Heilssehnsucht und Heils­vermittlung bedeutungsvoll. Der Hinweis auf ihre wah­re und wunderbare Mutterschaft wurde zu einem Hauptargument gegen die arianische und apollinarische Christologie« (G. Söll, a.a.O., 62).

Während nämlich Lukas, weil er den Präexistenzge­danken nicht zur Verfügung hatte, den Sohn-Gottes-Titel mit der Ankündigung der Jungfrauengeburt ver­band und diese als vom Heiligen Geist gewirkte aus­wies und Matthäus die jungfräuliche Empfängnis mit der Emmanuelverheißung verknüpfte, bei beiden also die Weise der Empfängnis und das Wesen des Kindes sich gegenseitig erklären, hatte das Johannesevangeli-

 

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um einen Hinweis auf die Jungfrauengeburt eigentlich gar nicht nötig, um die Würde und Bedeutung der ,Frau’ erkennen zu lassen, die hier mehrmals als ,Mut­ter Jesu' (2,1) bzw. als ,seine Mutter' (2,12) bezeich­net wurde.

Die johanneische Christologie garantiert ohne jeden näheren Hinweis, sowie Gal 4,4, die Gottesmutter­schaft Marias. »Mit der Gottgleichheit des Logos (1,1) und seiner Fleischwerdung (1,14) waren dieselben Komponenten des Dogmas gesichert wie bei Paulus; freilich auch die theologische Spannung, die der Chri­stologie überhaupt auch über Chalkedon hinaus an­haften sollte, eine unaufhörliche Mahnung, das Selbstzeugnis des Herrn zu bedenken: .Niemand kennt den Sohn als der Vater' (Mt 11,27a). Zwar sollte es drei Jahrhunderte dauern, ehe das Ergebnis des Reifeprozesses der neutestamentlichen Christologie theologisch gesichert war, aber seine mariologische Funktion wie die christologische der keimenden Ma­rienlehre wa­ren dogmengeschichtlich längst vordem wirksam geworden. Mutter und Sohn blieben - wie in ihren irdischen Tagen — auch in der Entwicklung des Glaubens der Kirche untrennbar miteinander ver­bunden« (G. Söll, Handbuch der Dogmengeschichte III, 4: Mariologie, 1978, 23).

 

 

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