4.
Das Johannesevangelium
a)
Hochzeit in Kana
Nach
Johannes nahm Maria mit Jesus an der Hochzeit in Kana teil (Joh 2,1-11). Sie
bittet Jesus, den Hochzeitsleuten, denen der Wein ausgegangen war, aus der
Verlegenheit zu helfen. Jesus verweigert der Mutter zunächst die Bitte und zwar
mit dem überraschenden Wort: »Frau, was willst du von mir? Meine Stunde ist
noch nicht gekommen«. Zweifellos eine überraschende Antwort. Jesus erfüllt
jedoch sogleich darauf die Bitte. Maria erscheint hier wie die Herrin im Hause.
Offensichtlich ist ihr Ansehen in der Zeit, da das Johannesevangelium abgefasst
wurde, in der Kirche schon zum vollen Durchbruch gekommen.
b)
Kreuzigung
Eine
völlig andere Szene zeigt sich bei der Kreuzigung. Nach Joh 19,25ff wird ihr
von dem sterbenden Sohn gesagt, dass sie nunmehr Johannes als ihren Sohn betrachten
soll und zwar wieder mit der Anrede »Frau«. Dem Jünger selbst wird zugerufen,
dass er Maria als seine Mutter betrachten soll. Die symbolischtransparente
Art des Johannesevangeliums erlaubt die Einsicht, dass in den Worten Jesu über
das rein Histori-
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sche
hinaus die Beziehung von Maria und Kirche dargestellt wird.