c) Jesus in Nazaret
Die
andere Szene, die Markus berichtet, spielt sich in Nazaret ab. Jesus lehrte nach
seiner Gewohnheit am Sabbat in der Synagoge. Seine Rede war wiederum so
eindrucksvoll und auffallend, dass die Zuhörer, die ihn offenbar noch von
seiner Kinderzeit her kannten, staunten und sagten: »Woher hat er das alles?
Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Was sind das für Wunder,
die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und
der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern
hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab« (Mk 6,1 -4;
vgl. Joh 7,14; 6,42; milder als bei Mk erscheint die Szene Lk 8,19-26 und auch
Mt 12,46-50).
In
diesem Text fällt auf, dass Jesus nur der Sohn Marias genannt wird, von Josef
aber keine Rede ist. Es fragt sich, ob dieser nicht mehr am Leben war oder nach
der Meinung der Leute keine besondere Bedeutung hatte oder ob es andere Gründe
sind, die die Leute veranlassten, nur Maria als Mutter hervorzuheben. Man kann
aus der Formulierung des Evangelisten erkennen, dass Maria eine Sonderrolle
als Mutter spielte. Dies ist für die mariologische Erkenntnis von Gewicht, wenn
auch im übrigen das Markusevangelium keine besonderen Impulse für die
mariologische Entwicklung im Sinne des Kirchenglaubens bietet. (Ähnliches gilt
von der Stelle Lk 11,27f.)
3.
Das Matthäus- und das Lukas-Evangelium
a)
Grundsätzliches
Diese
beiden Evangelien unterscheiden sich vom Markusevangelium vor allem dadurch,
dass sie eine Kindheitsgeschichte bringen. Diese ist zwar von jedem
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in
einer besonderen religiösen Ausrichtung dargestellt. Jede der beiden
Kindheitsgeschichten enthält einen echten geschichtlichen Kern, und zwar einen
solchen von größter Bedeutung. Dabei ist keiner der beiden Evangelisten in
seiner Erzählung der Kindheit Jesu vom anderen abhängig. Sie haben offenbar
gemeinsame, aber auch wieder verschiedene Überlieferungsformen vor sich
gehabt.