e) Weitere Zusammenhänge mit anderen Briefen

Der Galaterbrief enthält mit den anderen Briefen auch eine Polemik gegen die judaistische Theologie, welche im Gefolge ihres strengen Monotheismus ei­nen überzeitlichen Gottessohn nicht anerkennen konnte, und gegen den Doketismus. Hier werden zwei Grundmotive der altkirchlichen mariologischen Theo­logie sichtbar: der Kampf gegen doketische Tenden­zen und der Kampf gegen judaistische Verkürzungen Jesu zu einem bloßen Menschen. Es wird sich zeigen, dass sich dieser Doppelkampf bei den Vätern fortsetzt.

 

2. Das Markusevangelium

 

Ausführlicher spricht das wohl nach 70 (dabei ist die Zerstörung des Tempels in Jerusalem vorausgesetzt) entstandene Markusevangelium, das älteste unter den Evangelien. Für die mariologische Problematik kom­men zwei Texte in Betracht. Sie stehen beide in ver­schiedenen Atmosphären.

 

a) Mk 3,20- 35: Text

Als Jesus nach Beginn seiner öffentlichen Tätigkeit (mit etwa 30 Jahren) auffallende Machttaten wirkte und sich immer mehr Menschen um ihn sammelten, gerieten seine Verwandten in Angst wegen des Aufse­hens, das er nicht nur bei den Massen, sondern auch

 

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bei den »Schriftgelehrten« erregte. Wie groß deren Aufmerksamkeit war, zeigt sich darin, dass sie Ausein­andersetzungen mit ihm suchten und in schweren theo­­logischen Streit mit ihm gerieten, bis zu dem Grade, dass sie ihm ein Bündnis mit dem Satan vorwarfen. Der Evangelist erklärt: »Als seine Angehörigen davon hör­ten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen. Denn sie sagten: Er ist von Sinnen« (3,21).

Weiterhin heißt es bei Mk (3,31-35): »Da kamen seine Mutter und seine Brüder, sie blieben vor dem Hause stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Dei­ne Mutter und Deine Brüder stehen draußen und fra­gen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Men­schen, die im Kreis um ihn herum saßen und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter« (3,20-35).

  

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