c) Tragweite für die menschliche Existenz

Welche Tragweite dies für die menschliche Ge­schichte hatte, schildert Paulus in der Darstellung der menschlichen Existenz, die durch Christus geschaffen wurde. Sie ist der Übergang von der früheren Unfrei­heit in die Freiheit und hatte so eine Wende in der gan­zen menschlichen Geschichte herbeigeführt. Die Frau, von der Christus geboren wurde, wird zwar nicht mit Namen genannt. Das hindert aber nicht, ihr als Mutter des Befreiers eine außerordentliche und ungewöhnli­che, eine universale Größe in der Geschichte zuzu­schrei­ben. Wenn Paulus sagt »geworden« aus der Frau, so darf man nicht übersehen, dass er von der »Er­füllung der Zeit« spricht, in der Gott seinen Sohn sandte. Der Text greift also auf Gott zurück, der einen Sohn hat und diesen zur Herbeiführung einer Zeiten­wende in die Geschichte hinein entließ. Der Gedanke des Apostels wird besonders klar, wenn man bedenkt, dass der Galaterbrief zwischen 54 und 58 verfasst ist, dass aber um die gleiche Zeit der Römerbrief und der Philipperbrief entstanden sind.

 

d) Präexistenz bzw.   Überzeitlichkeit des aus Maria

       Geborenen

Im Römerbrief aber (1,3) und noch mehr im Philip­perbrief (56/57) behauptet (nach Gnilka) Paulus die Präexistenz, d. h. die überzeitliche, die vorzeitliche Exi­stenz des Sohnes. So gewinnt der Ausdruck »Sen­dung des Sohnes« eine in die Ewigkeit Gottes hinein-

 

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führende Sinnerhellung. Für die Mariologie lässt sich aus dem Paulustext des Galaterbriefes im Zusammen­hang mit der Gesamttendenz des Briefes und im Lichte der anderen genannten beiden Schreiben die Erkennt­nis gewinnen, dass Maria in die aus der Ewigkeit her­vortretende Heilsgeschichte einbezogen ist. Sie lässt sich von ihrem Sohne nicht trennen.

  

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