1.
Der Galaterbrief
a)
Der Textzusammenhang
Paulus
warnt die Christengemeinde im Galaterbrief davor, wieder in den alten Zustand
der Unfreiheit zurückzufallen. Der Text ist so aufschlussreich, dass er in
seiner ganzen Länge mitgeteilt werden soll (3,26-4,6): »Ihr seid alle durch
den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf
Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt. Es gibt nicht mehr
Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle
seid ,einer' in Christus Jesus. Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr
Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung. Ich will damit sagen: solange
der Erbe unmündig ist, unterscheidet er sich in keiner Hinsicht von einem
Sklaven, obwohl er Herr ist über alles; er steht unter Vormundschaft, und sein
Erbe wird verwaltet bis zu der Zeit, die sein Vater festgesetzt hat. So waren
auch wir, solange wir unmündig waren, Sklaven der Elementarmächte dieser Welt.
Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geworden aus der Frau
und dem Gesetz unterworfen (4,4), damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz
stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen.«
b)
Geschichtlichkeit Jesu
Paulus
hat mit diesem Text, in dem er die Geburt Jesu Christi und die Tragweite des
Herrn für das menschliche Schicksal darstellt, die Geschichtlichkeit, d. h. die
in die Geschichte eingebundene Realität Jesu Christi nachdrücklich
unterstrichen. Es war offenbar
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eine
Stoßrichtung gegen den Doketismus, eine religiöse Bewegung, welche Christus
nur einen Scheinleib und demgemäß auch nur einen Scheintod zuschrieb, die also
eine grundsätzliche Auflösung des gesamten Christentums bedeutete.