4. Sach- und Personaltypen Marias im A T

 

Außer den Sachtypen für Maria, z.B. Bundeslade, brennender Dornbusch, gibt es im AT viele Personal­typen, die von den Kirchenvätern reichlich zusammen­getragen wurden, z.B. Judith, Esther, Sara, Debora, Mirjiam (Maria), die Schwester des Mose. Was der En­gel Maria verkündet, ist jenes Ereignis, auf welches das ganz Alte Testament sich hinbewegt. Das Alte Te­stament war durch eine besondere Gegenwärtigkeit Gottes in Israel bestimmt. Die Bundeslade war hierfür das sichtbare Zeichen (Dtn 10,1-5; Ex 25,10-22; 26,33f). Nun hört Maria aus dem Munde des Engels, dass die Gegenwart Gottes, von der die alttestamentli-chen Frommen lebten, ihre Aufgipfelung in ihr erfah­ren soll. Schon im Namen ihres Sohnes wird sich Got­tes neue und immerwährende Gegenwart unter den Menschen ausdrücken. Denn sein Name wird sein »Immanuel« (Gott mit uns).

 

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Maria, die Mutter Jesu, ragt unter den Demütigen und Armen Gottes hervor, die das Heil mit Vertrauen und Sehnsucht von Gott erhoffen. Mit ihr als der erha­benen »Tochter Zions« wurde schließlich nach langer Erwartung der Verheißung die Zeit »erfüllt« und die neue Heilsökonomie eingeleitet, als der Sohn Gottes die Menschennatur aus ihr annahm, um durch die My­sterien seines Fleisches den Menschen von der Sünde zu befreien.

Ohne den Glauben, mit rein philologischen Mitteln allein, können solche Einsichten nicht gewonnen wer­den. Der Glaube trägt in das Alte Testament nichts hin­ein, was nicht in ihm enthalten ist. Er ist vielmehr das für die Auslegung der Bibel notwendige Erkennt­nismittel, weil er zwischen dem Erkannten und dem zu Erkennenden die unentbehrliche Zusammenstimmung schafft. Ohne irgendeine Voraussetzung gibt es keine Wissenschaft, ohne Voraussetzung des Glaubens kei­ne theologische. Die gegenteilige, in früheren Zeiten vielfach mit Nachdruck vertretene Ansicht von der Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft ist ein Mär­chen und hat sich selbst als ein solches entlarvt.

  

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