3. Vorgeschichte Marias
Man
kann Maria vergleichen mit einer Gestalt, die ferne in einem dichten Nebel noch
ohne Konturen gesehen wird, sich aber immer mehr nähert und immer deutlicher
in ihren Umrissen erkennbar wird, bis ihr Antlitz unverhüllt im Lichte steht
und man sagen kann: diese also ist es, die wir in alttestamentlicher Vorschau
schon beobachten konnten. Sie ist es, die aus dem dunklen Nebel hervorkam
und die wir heute nun kennen.
Hiervon
spricht das II. Vatikanische Konzil in Art. 55 der Kirchenkonstitution: »Die
Heilige Schrift des Alten und des Neuen Testamentes und die verehrungswürdige
Überlieferung zeigen die Aufgabe der Mutter des
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Erlösers
immer klarer und legen sie anschaulich vor. Die Bücher des Alten Testamentes
beschreiben die Heilsgeschichte, durch die die Ankunft Christi in der Welt in
langsamem Voranschreiten vorbereitet wird. Diese ersten Dokumente, so wie sie in
der Kirche gelesen und im Lichte der weiteren und vollen Offenbarung
verstanden werden, bieten Schritt für Schritt deutlicher die Gestalt der Frau
dar, der Mutter des Erlösers. Sie ist in diesem Licht schon prophetisch in
der Verheißung vom Sieg über die Schlange, die den in die Sünde gefallenen
Stammeltern gegeben wurde (vgl. Gen 3,15), schattenhaft angedeutet. Ähnlich
deutet sie die Jungfrau, die empfangen und einen Sohn gebären wird, dessen Name
Emmanuel (Gott mit uns) heißen wird (vgl. Jes 7,14; vgl. Mich 5,2f; Mt 1,22f).«