2.
Kapitel
Dreistufigkeit
Das
Sakrament des Ordo unterscheidet sich von allen übrigen Sakramenten in
formaler Hinsicht dadurch, daß es dreistufig ist. Wir unterscheiden die Bischofsweihe,
die Priesterweihe und die Diakonatsweihe. Das ganze Weihesakrament ist
auseinandergefaltet in diese Dreiheit. Die Stufung bedeutet zugleich eine
Rangordnung. Norm und Maßstab für das gesamte Weihesakrament ist die
Bischofsweihe. Während im Mittelalter manche Theologen der Meinung waren, daß
die Bischofsweihe nur ein Sakramentale sei, daß das eigentliche Weihesakrament
die Priesterweihe im engeren Sinne darstelle, zeigt ein Blick auf die urapostolische
Kirche, auf die Vätertheologie, auf die kirchliche Liturgie sowie auf die dem
Bischof obliegenden Aufgaben, daß, falls die Weihe überhaupt ein Sakrament
ist, man diesen Charakter in erster Linie der Bischofsweihe zusprechen muß.
Man hat die im Mittel-alter vielfach vorgetragene These damit begründet, daß
die Weihe vor allem die Konsekrationsgewalt in der Eucharistiefeier übertrage,
daß diese aber jedem
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einfachen Priester
zustehe. Dabei wurde übersehen, daß es dem Bischof obliegt, Angehörige des
Gottesvolkes mit der Konsekrationsgewalt auszurüsten, daß ferner der
Priester seine priesterlichen Funktionen nur im Auftrag des Bischofs zu
vollziehen berechtigt ist, endlich, daß das Amt des Priesters eine
Ausgliederung aus dem in der Urkirche allein bestehenden bischöflichen Amte
ist.
Das
Konzil von Trient hat zwar die Überordnung des Bischofs über den Priester
gelehrt, die Frage der Sa-kramentalität der Bischofsweihe selbst jedoch offengelassen.
Der Bischof vermag durch die Priesterweihe die Eucharistiefähigkeit der Kirche
aufrechtzuerhalten und hat für die geordnete Eucharistiefeier in der von ihm
geleiteten Teilkirche Vorsorge zu treffen. Er schafft die unentbehrliche
Voraussetzung für den Vollzug jenes Sakramentes, in welchem die kirchliche
Einheit in besonderer Weise begründet ist.