5.
Objektivität und Subjektivität in der Kindertaufe
Wenngleich
solche Überlegungen Berechtigung und Notwendigkeit der Kindertaufe aufdecken,
so sind sie doch nur wirksam aufgrund bestimmter Voraussetzungen. Der extreme
Personalismus kann sie nicht annehmen. Sie haben nur Geltung in einer
Weltordnung, in der Objektivität und Subjektivität, Gemeinschaft und Person,
Kollektives und Personales in einer umgreifenden Synthese akzeptiert werden.
Insbesondere ist zu betonen, daß sie nur gelten, wenn der christliche Glaube in
seinem Kern als die von Gott selbst gegebene universale und objektive
Auslegung der Welt und des Menschen, nicht als bloße Ideologie, d.h. als gedankliche
Spiegelung der jeweiligen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse
verstanden wird.
Die
Kindertaufe kann nicht die Norm für die Interpretation der Taufe sein. Sie
stellt vielmehr innerhalb des ganzen Komplexes, den wir mit dem Wort Taufe
umschreiben, einen Sonderfall dar. Die Norm für das Verständnis der Taufe ist
die Erwachsenentaufe.
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