5. Bluttaufe

 

Einen besonderen Heilsweg stellt das Blutzeugnis für Jesus Christus dar. Man versteht unter dem Marty­rium die widerstandslose Hinnahme eines gewaltsa­men Todes oder einer ihrer Natur nach zum Tode füh­renden Mißhandlung, und zwar direkt oder indirekt um Jesu Christi willen. Die geduldige Hinnahme des Todes um Christi willen bedeutet die stärkste Zusammen­fassung aller Kräfte in der Glaubensbewegung auf Je­sus Christus hin. Christus hat demjenigen, der sich in der Öffentlichkeit der Welt mit dem Einsatz seines Le­bens zu ihm bekennt, die Verheißung gegeben, daß

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auch er sich in der Öffentlichkeit des Himmels, vor dem Angesichte des Vaters und aller Engel und Heili­gen, zu ihm bekennen werde (Mk 8,34-38; 10,32-39; Lk 4,29ff; Job 12,25f). Er hat sein eigenes Leiden ein­mal als Taufe bezeichnet (Mk 10,38; Lk 12,50). Im Martyrium nimmt der Mensch teil an dem Tode Jesu Christi, und zwar in der Härte des geschichtlichen Ver­laufes.

Auch von der Bereitschaft zu einem unbedingten Einsatz für einen anderen, insbesondere in der Form der helfenden Liebe, wird man sagen müssen, daß sie selbst dann eine Teilnahme am Kreuzestode Jesu Chri­sti ist, wenn der für einen solchen Tod bereite Mensch von Christus nichts weiß.

  

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