6.
Kapitel
Die
eschatologische Orientierung der Taufe
Das
Verständnis der Heilswirkung der Taufe bzw. des in dem Taufzeichen
erscheinenden göttlichen Heilswillens schließt in sich, daß die Taufe nur
einen Anfang darstellt. Sie zielt auf die Fülle des Lebens in Christus,
besonders auf die Eucharistie, und eröffnet die absolute Heilszukunft. Es ist für
den Getauften entscheidend, daß er auf dem Wege bleibt.
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Wenn
der Getaufte den in der Taufe beschrittenen Weg verläßt, dann hat die Taufe für
ihn nicht nur keine Heilskraft. Sie wird vielmehr zu einem um so schlimmeren
Gericht. So nimmt der Mensch mit der Taufe eine schwere und lebenslange
Aufgabe auf sich. Er hat jedoch dabei die Zuversicht und die Hoffnung, daß er
dort ankommt, wohin sein eigenes Leben und die gesamte menschliche Geschichte,
ja der gesamte Kosmos strömt. Diese Hoffnung ist für ihn nicht eine vage
Erwartung, sondern eine unzerstörbare Zuversicht. Denn sie gründet sich auf
den in ihm anwesenden und wirkenden Heiligen Geist. Die in der Taufe
eingeleitete Bewegung kann sich allerdings nur deshalb in voller Zuversicht der
Zukunft entgegenstrecken, weil sie ihren festen Grund in der Vergangenheit, in
dem Heilsgeschehen von Golgota und vom Ostermorgen hat. So vereinigt sich in
der Taufe eine Bewegung aus der Vergangenheit, welche in dem Taufgeschehen gegenwärtig
gesetzt wird, und eine Bewegung in die Zukunft hinein. Die in dem
Taufgeschehen in dem früher beschriebenen Sinn gegenwärtig gesetzte Vergangenheit
wirkt in die Zukunft hinein und führt diese herbei. Wenn sich der einzelne
Mensch hierbei auch in einem großen, immerfort weiterlaufenden Strom befindet,
so kommt doch jeder zu der ihm gesetzten Zeit vorläufig am Ziele an. Diese
Ankunft ist für jeden eine vorläufige, solange nicht die allgemeine
Auferweckung von den Toten und damit zugleich die Vollendung der gesamten
menschlichen Geschichte und des ganzen Kosmos stattfindet. Der Akzent liegt auf
der Zukunft. In der Taufe ruft Christus in die Zukunft der Verklärung. Der
Getaufte vernimmt diesen Ruf irn Glauben und geht mit dem verborgen anwesenden
Christus dem in der Zukunft offenbaren Christus entgegen. Mit der Taufe beginnt
die absolute Zukunft, die Zukunft
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der Verklärung. Die
Taufwirkungen sind als Befreiung von den Hindernissen auf dem Wege und als Gewährung
der Bewegungsfreiheit in die absolute Zukunft zu verstehen. Diese Zukunft ist
Gott der Vater.