7. Die Spannung von Heilsgeschenk und Heilsaufgabe

 

a) Spannung innerhalb der Gegenwart

Kennzeichnend für die Tauflehre des Paulus ist die Spannung von Indikativ und Imperativ, von jetzt und dann. Für das Verständnis dieser Antinomie ist zu­nächst zu bedenken, daß Paulus nirgends eine Tauf­theologie im Sinne einer lehrhaften Aussage geben will, daß es ihm vielmehr immer um die Aufforderung zum Leben aus der Taufwirklichkeit, nämlich aus der Gemeinschaft mit Christus geht, daß er daher jene Momente mit besonderem Nachdruck herausstellt, welche für den christlichen Lebensvollzug von Wich­tigkeit sind. Es liegt ihm sozusagen alles an der exi-stentiellen Seite der Taufe, weniger an der ontologi-schen. Von der letzteren spricht er nur um der existen­tiellen willen. Zugrunde liegt seiner Mahnung zur Rea-

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lisierung des Ontologischen immer die Überzeugung, daß trotz des jetzigen Heilsbesitzes die künftige Voll­endung noch aussteht und verfehlt werden kann, da die Taufe nicht magisch wirkt und dahr ein falsches Vertrauen auf das Sakrament eine heilsgefährliche Verwegenheit wäre (vgl. 1 Kor 10,1-6).

  

  

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