6.
Sündenvergebung
a) Christus Stammvater einer neuen
Menschheit
Die
Verbindung mit Christus im Heiligen Geist eröffnet den Zugang zu Gott. Sie
schließt den Frieden mit Gott in sich. Dies aber ist soviel wie die Vergebung
der Sünde. Der Zusammenhang zwischen der Vergebung der Sünde und der
Verbundenheit mit Christus wird am deutlichsten in der früher zitierten Stelle
aus dem 6. Kapitel des Römerbriefes dargestellt. Paulus verkündet hier die
Vergebung der Sünde als einen Tod gegenüber der Sünde oder genauer als eine
Befreiung aus der in der Macht der Sünde begründeten Unheilssphäre in die
durch die Besiegung der Sünde begründete Heilssphäre. Die Vergebung der Sünde
schließt ein neues Leben in sich. Christus ist der »Stammvater« einer
neuen, der wahrhaft lebendigen, der befreiten Menschheit. Das wahre Leben ist
ein Leben für Gott, in der absoluten Selbsttranszendenz ohne Aufgabe der
Weltzugehörigkeit.
b) Sinn der Sündenvergebung
Naturgemäß
bedeutet die Vergebung der Sünde nicht die Annullierung der sündigen Tat. Was
einmal in der Geschichte geschehen ist, bleibt in ihr bestehen und übt seine
Wirkungen aus. Jede Tat hat ein Gefälle in die Zukunft hinein. Vergebung der Sünde
bedeutet die Beseitigung der Schuldhaftigkeit des sündigen Faktums, so daß
zwischen Gott und dem Menschen nicht mehr Entzweiung, sondern Friede besteht.
Die Schrift bezeugt die Vergebung der Sünde, ohne über das Wesen der Sündenvergebung
zu reflektieren.
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