b) Die dritte göttliche Person als Taufgeschenk

Wenn wir einen Sprung in die nachapostolische Zeit machen, so können wir feststellen, daß in manchen uns bekannten griechischen Textformen des Apostoli­schen Glaubensbekenntnisses in dem den Heiligen Geist bekennenden Teil der bestimmte Artikel fehlt (DS 11). Es ist nur von »Heiligem Geist«, nicht von »dem Heiligen Geist« die Rede. Dieser Beobachtung ist freilich keine allzu große Bedeutung beizulegen. Denn in fast allen Textgestalten des Apostolischen Glaubensbekenntnisses steht der Artikel. Außerdem spricht dafür, daß die dritte göttliche Person gemeint ist, welche dem christusgläubigen Menschen in der Taufe mitgeteilt wird, die Parallelität des Abschnittes

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vom Geiste zu den Glaubensaussagen über den Vater und den Sohn. Dieser Umstand tritt besonders deut­lich in den liturgischen Anfangsformeln des Apostoli­schen Glaubensbekenntnisses in Erscheinung, denn ursprünglich wurde der Täufling gefragt: Glaubst du an den Vater? Worauf er bejahte und in das Wasser getaucht wurde. Dann wurde ihm die Frage gestellt: Glaubst du an den Sohn? Er antwortete wiederum mit Ja und wurde zum zweiten Mal untergetaucht. Endlich wurde er gefragt: Glaubst du an den Heiligen Geist? Auch diese Frage bejahte er. Er wurde ein drittes Mal untergetaucht.

Der Hebräerbrief betont den hohen Vorzug, aber auch die schwere Verantwortung, die auf den mit dem Geiste Beschenkten ruht (Hebr 2,4; 6,4; 10,29). Die von der Apostelgeschichte bezeugte Geistausgießung ü­ber die Christusgläubigen macht es offenbar, daß das Pneuma eine Beziehung zu Jesus hat. Petrus stellt dies in seiner Predigt deutlich heraus. Die Geistausgie­ßung ist ein Werk des erhöhten Herrn (Apg 2,33). In dem vom ihm gesandten Geist ist Jesus Christus als der Geistdurchwirkte, als das himmlische Pneuma selbst gegenwärtig. Dadurch erscheint seine Anwesen­heit unter den Seinigen nicht nur als eine dynamische. Diese ist nicht eine Gegenwart von geringerer Wirk­macht, sondern von einer durch die Mächtigkeit des Geistes selbst bestimmten Intensität. Die rein ontolo-gi­­­­sche Gegenwart kann sich von einer sehr schwa­chen, wenn auch nicht ohne jede Wirkkräftigkeit zei­gen. Die Gegenwart Jesu Christi im Heiligen Geist ist eine immer tätige, insofern Jesus Christus durch den alles wirkenden Geist selber wirksam ist. Ursprung und Ur­quell des den Getauften verliehenen Geistes ist Gott. Man empfängt aber den Geist durch die Vermitt­lung des zur Rechten Gottes sitzenden erhöhten Herrn.

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