b) Die Lehre des Apostels Paulus

 

Es ist vor allem Paulus, welcher den ekklesiologi-schen Aspekt der Taufe stark unterstreicht. Der Ge­danke zieht sich durch alle seine Briefe hindurch. Er findet an jenen Stellen seine stärkste Akzentuierung, wo Paulus von der Kirche als von dem Leibe Christi spricht. Dabei bietet Paulus nirgends eine Lehre um der Lehre willen, sondern er gibt dem Briefempfänger Paränesen zur Eintracht und Brüderlichkeit und be­gründet seine Mahnung mit der gewissermaßen onto-logisch schon bestehenden, durch die Taufe gewirk­ten Einheit. So schreibt er z.B. an die Korinther, wel­che sich in der Gefahr von Spaltungen befinden (1 Kor 12,13f): »Denn durch einen Geist sind wir alle zu einem Leib getauft, ob Juden oder Hellenen, ob Knechte oder Freie, und alle sind wir mit einem Geiste getränkt. Denn auch der Leib ist nicht ein einziges Glied, sondern besteht aus vielen.« Die durch die Tau­fe geschaffene Einheit hat eine solche Kraft, daß ihr gegenüber alle anderen Unterschiede entwertet wer­den.

Insbesondere ist es der ekklesiologische Brief des Apostels, der Brief an die Epheser, in welchem er die Taufwirkung als Eingliederung in das Heilswerk ver­kündet. Jesus Christus hat die die Menschen vonein­ander trennenden und in feindliche Lager spaltenden Gegensätze überwunden. Sie werden konkret für je­den einzelnen aufgehoben, indem er durch die Taufe in die von Christus geschaffene Gemeinschaft des Friedens eintritt (Eph 2,13-22; 3,6). Paulus ist sich dessen bewußt, daß jeder Mensch für jeden anderen eine Last sein kann, daß daher die intensive Glied­schaft innerhalb der Heilsgemeinschaft nicht reine Freude zu sein braucht, sondern Verpflichtungen mit

 

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sich bringt. Das ekklesiologische Malzeichen des Ge­tauften ist demgemäß auch ein signum obligativum. Paulus drückt diese Situation in dem Briefe an die Epheser folgendermaßen aus (4,1-6): »So ermahne ich euch denn, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen wurdet, in al­ler Demut und Milde, in Geduld einander in Liebe er­tragend, bedacht auf die Wahrung der Einheit des Gei­stes durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch gerufen wurdet zu einer Hoffnung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater al­ler, der über allen ist und durch alle und in allen.«

  

  

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