2.  Taufauftrag Jesu

 

Die mit unbefangener Selbstverständlichkeit ohne Reflexion erfolgende Aufforderung, die Taufe zu emp­­fangen, so in die messianische Heilsgemeinde einzu­treten und sich Christus als dem Messias und dem Sohne Gottes zu überantworten, läßt sich nur verste­hen, wenn Jesus selbst einen Taufauftrag ge­geben hat. Die Taufe in der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem kann demgemäß nicht hellenistischen Ursprungs sein, sie läßt sich auch nicht als ein Element in einem religiösen Evolutionsschema verstehen.

Ihre Beziehung zu Jesus als dem Messias und dem Heilsbringer ist so eng, daß sie nur von Jesus her inter­­pretiert werden kann. Dabei fragt sich allerdings, wie und in welcher Weise Jesus den Taufauftrag gegeben hat. Man kann einen solchen nicht vor der Passion an nehmen. Erst der Auferstandene hat in dem soge­nannten »Missionsbefehl« seinen Jüngern die Voll­macht und die Verpflichtung gegeben, die Heilsbot­schaft aller Kreatur zu verkündigen. Daran knüpft Je­sus die Verheißung: »Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden« (Mk 16,15f). Die von Matthäus berichtete Form des Missionsbefehls enthält unmittel­bar den Auftrag, die »Völker zu Jüngern zu machen« und ihnen die Taufe zu spenden. Darüber hinaus ist für den Matthäusbericht charakteristisch, daß er Jesus das Wort in den Mund legt, die Taufe solle auf den Na­men des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Gei­stes geschehen (Mt 28,19).

 

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