Dritter
Hauptabschnitt
Die
einzelnen Sakramente
in
ihrer konkreten Gestalt
Vorbemerkung
Wir
wenden uns den einzelnen Sakramenten zu. Sie sind je besondere Weisen des
Selbstvollzugs, der Selbstverwirklichung der Kirche. In ihnen wird die Kirche
immer wieder in einer bestimmten, durch Christus vorgegebenen Sinnhaftigkeit
Ereignis. Der Selbstvollzug der Kirche in ihren Sakramenten wendet sich sowohl
nach außen als auch nach innen, nach außen an jene Menschen, welche noch nicht
Glieder der Kirche sind, denen aber die Kirche das Christusheil proklamieren
will, nach innen, indem die Kirche ihre Christusverbundenheit immer lebendiger
und inniger gestaltet.
Die
Sakramente sollen hier in ihrer Rolle für den Vollzug der kirchlichen
Gesamtsakramentalität aufgezeigt werden. Diese Absicht wird für die folgende
Darstellung das Ordnungsprinzip bilden. Der Eucharistie kommt die Hauptrolle
zu. Sie ist das Herzstück des kirchlichen Lebens. In ihr vollzieht die Kirche
immer wieder ihre Existenz als Leib Christi. In ihr verwirklicht sich die
Wirklichkeit »Kirche« stets von neuem. Es ist daher angebracht, sie an erster
Stelle zu behandeln.
Hierauf
wird gefragt, wie ein Mensch Glied dieser Gemeinschaft wird, deren Zentralfeier
die Eucharistie ist. Eine solche Reihenfolge ist zwar nicht nach den Regeln der
Logik gebaut, wohl aber nach der Norm
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der
phänomenologischen Betrachtung und auch nach dem inneren Gewicht der Vorgänge.
Die Antwort auf die Frage nach dem Wege zur kirchlichen Gesellschaft lautet: Er
besteht in Taufe und Firmung. Diese beiden Heilszeichen werden daher als
Initiationssakramente an zweiter Stelle erörtert.
Der
die Gemeinschaft differenzierende Ordo mußte sinnvollerweise bei der
Darstellung der kirchlichen Grundstrukturen besprochen werden und braucht daher
im Gefüge der Einzelsakramente nur mehr kurz zur Sprache zu kommen. Da die
Christusverbundenheit und die Gliedschaft in der Christusgemeinschaft vielen Gefährdungen
ausgesetzt ist, ist für deren Heilung ein eigener sakramentaler Komplex
vorgesehen, nämlich Buße und Ölung. Diese beiden Sakramente werden daher
wiederum zusammengenommen. Eine Sonderrolle sowohl hinsichtlich der
Sakramentalität als auch hinsichtlich der Funktion in der kirchlichen Gemeinschaft
spielt die Ehe. Sie wird daher in einem Sonderabschnitt behandelt.
Durch
diese Methode vermag jeweils der Sitz, den die Sakramente im Leben der Kirche
und im Leben des einzelnen einnehmen, deutlicher in den Blick zu treten.
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