2.
Die Sache
Wichtiger
als die Formel von der Gesamt- oder Grundsakramentalität der Kirche ist die
Sache selbst. Die Kirche wird vor allem in der Konzilskonstitution über die
Kirche in den beiden ersten Kapiteln beschrieben als die aus Christus und dem
Heiligen Geist lebende Gemeinschaft des Heils. Sie ist für die Dauer der
Weltzeit die machtvoll wirkende Anwesenheit des Heilswillens Gottes in der Form
eines gesellschaftlichen Gefüges (ordo socialis). Damit ist die Sakramentalität
der Kirche als ihr Grundcharakter ausgesprochen. Was immer in der Kirche
geschieht, ist Ausdruck und Vollzug dieses Grundwesens. Mit der Kenn-
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Zeichnung
der Kirche als einer sakramentalen Wirklichkeit wird nicht den bekannten
sieben heiligen Riten der Abschied gegeben oder ein neues, ein achtes Sakrament
hinzugefügt und auch nicht das Wort der Kirche geringschätzig zur Seite
geschoben. Es wird vielmehr der Wurzelboden aufgedeckt, aus welchem die sieben
heiligen Zeichen nach dem Willen Christi hervorkommen und wachsen. In ihnen
erhebt sich die Sakramentalität der Gesamtkirche Jeweils entsprechend den
menschlichen Lebenssituationen sowie ihrer konkreten Höhe.
Die
Sakramentalität der Kirche läßt sich nur von Christus her, von dem
christozentrisch-pneumatologi-schen Wesen der Kirche her verstehen. Jesus
Christus ist das endgültige, nie mehr zu übertreffende, entscheidend
wirksame Heilszeichen Gottes in der Welt. Gott hat sich dem Menschen Jesus und
durch ihn (in einer wesentlich verschiedenen Weise) allen Menschen endgültig
und unwiderruflich zugesagt. Die Selbstzusage Gottes gewinnt allerdings ihren
Sinn erst durch die Annahme von selten des Menschen. Der Mensch Jesus Christus
ist Ort und Mittel der Begegnung Gottes mit den Menschen. Deshalb können wir
ihn das Ursakrament nennen.