3.
Die Kirche — die »versöhnte Welt«
Die
Kirche ist die immerwährende, geschichtlich faßbare, geheimnisvolle
Wirk-Gegenwart des erhöhten Herrn im Heiligen Geiste, von seiner Auferweckung
bis zu seiner Wiederkunft, weil, wie die Konstitution über die Kirche sagt
(Art. 7), die Glieder der Kirche von seinem Leben leben, von ihm als dem Haupt
geführt und von seinem Geiste mit ihm selbst und untereinander geeint werden.
Sie ist nach einer Äußerung Augustins (Sermo 96,7,8) die »versöhnte Welt«.
Sie ist Angeld des allgemeinen Heils. Sie ist Keim und Anfang des Gottesreiches,
d.h., Verwirklichung der endgültigen Gottesherrschaft. Während der
Geschichte ist sie die irdische vorläufige, unvollkommene Gestalt des Heils,
die Vorausgestalt der Vollendung (M. Seybold).
In
ihr ist in einem keimhaften Sinne die Neuschöpfung der Menschheit nach dem
Bilde des Schöpfers verwirklicht. Ihre Existenz bildet die Einheit des ganzen
Menschengeschlechtes voraus ab, und zwar nicht bloß in einem leeren Bilde,
sondern in einer wirksamen Kraft (Konst. »Lumen gentium, Art. 13).
So
wie Jesus der neue Mensch ist, so ist die Kirche die neue Menschheit, dies aber
nicht nur in einer passiven Weise, sondern in einer immerfort aktiven. Sie ist
als die von Gott innerhalb der Menschheit erweckte
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Heilsgemeinschaft
wirklichkeitserfülltes Zeichen des immerwährenden Heilswirkens Gottes durch
den in ihr im Heiligen Geist präsenten Christus. Als die Menschengemeinschaft
der Freiheit, der Liebe und der Freude ist sie in der Zwischenzeit von der
Himmelfahrt Jesu Christi bis zu seiner Wiederkunft das Sakrament der Menschheit.