hh) Unterschied zum antiken Totenmahl

Diese Überlegungen zeigen, daß die paulinische Ge­dächtnisfeier nichts zu tun hat mit den antiken Toten-mählern. Die Unterschiede sind fundamental, so daß es keine Brücke von dem einen zu dem anderen gibt. Bei den antiken Totenmählern wurde das Gedächtnis eines Toten, nicht wie in der Eucharistie als Gedächt­nis eines Lebenden gefeiert.

Man kann auch nicht sagen, daß der im Paulusbrief stehende urapostolische liturgische Bericht eine Paral­lele zu den Mysterienreligionen sei. In dem vor­pau­lini-

 

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sehen Eucharistietext wird im Gegensatz zur Ge-schichtslosigkeit der mythischen Vorgänge mit Nach­druck die geschichtliche Stunde des Todes Jesu her­vorgehoben (in der Nacht, da er dahingegeben wurde). Ferner wird das Heil nicht nur einer bestimm­ten Kultusgemeinde, sondern der ganzen Menschheit zuteil. Vor allem ist das Heil nicht durch die Vornahme bestimmter Riten magisch gesichert. So wichtig der sakramentale »Realismus« ist, so wird das Heil doch nur durch ein den sakramentalen Realitäten entspre­chendes Handeln erreicht. Was im sakramentalen Be­reich geschieht, muß durchgehalten werden im kon­kreten geschichtlichen Leben. Sonst führt das sakra­mentale Element zu einer umso schlimmeren Verurtei­lung im Gericht.

 

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