b)
Unterpfand der Vollendung
Die
ältesten Väter der Kirche haben von dem Charakter der Eucharistie als eines
solchen Unterpfandes vielfach eine sehr realistische Vorstellung entwickelt.
Sie verstehen das Heil als die Auferweckung von den Toten. Weil die
Eucharistie, das Sakrament des Leibes und Blutes Christi, die in der Taufe begründete
Gemeinschaft mit dem erhöhten Herrn festigt und sichert, ist sie nach ihnen
geradezu der Keim der leiblichen Auferweckung. In der Eucharistie senkt sich
nach Eirenaios ein Keim der leiblichen Unsterblichkeit in den Menschen ein. Die
Einverleibung in den eucharistischen Christus geschieht um der Auferstehung
willen. Ignatius nennt die Eucharistie das »Heilmittel« der Unsterblichkeit.
In
der mittelalterlichen Theologie wurde dieser naturalistische Realismus
abgemildert. Es setzte sich die Überzeugung durch, daß die Eucharistie den Menschen
mit der untrüglichen Verheißung auf die leibliche Auferweckung beschenkt.
Wie immer man die Zusammenhänge interpretieren mag, die Eucharistie ist
hingeordnet auf die vollendete, leibhafte Teilnahme am Leben des erhöhten
Herrn, und zwar im Kreise der Gemeinschaft und so auf das ewige, erfüllende Gespräch
mit Gott. Die eucharistische Mahlgemeinschaft ist die Wurzel der himmlischen
Gemeinschaft, in welcher die vollendeten Menschen durch Christus im Heiligen
Geiste um Gott versammelt sind. Die eucharistische Mahlfeier ist daher ein dem
Spiritualismus und Individualismus absagender Vorentwurf der vollendeten, um
Gott geeinten Menschheit.
c)
Hoffnung auf das Kommen des Herrn
Indem
die Kirche von dem in der Eucharistie jeweils gegenwärtigen Herrn auf den
kommmenden Herrn in
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die
Zukunft blickt, wird sie vor vertraulicher mystischer Versunkenheit in die
Gegenwart bewahrt. Sie kann nicht Eucharistie feiern, ohne den Tod des Herrn,
die Vergangenheit, zu proklamieren. Sie kann aber auch nicht, sie kann noch
weniger Eucharistie feiern, ohne das Kommen des Herrn, die Zukunft, zu
proklamieren. Wenn der Herr kommt, dann wird die Proklamation seines Todes ein
Ende haben. Die Kirche bekennt sich in jeder Eucharistiefeier nicht nur zur
Vergangenheit von Golgota und Ostern, nicht nur zur immerwährenden Gegenwart
des Erhöhten, sondern auch und vor allem zur Zukunft. Das Bekenntnis zur
Zukunft ist ein konstitutives Element der Eucharistiefeier. Auch hier sei wieder
betont: Auf der Zukunft liegt der Hauptakzent. Um ihretwillen ist die
Vergangenheit, nicht umgekehrt.