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Sühne und Opfer
Durch
die Deutung von Vers 51 c als Abschluß der vorausgehenden Bildrede bekommen die
eucharisti-schen Texte um so mehr Gewicht und Inhaltsfülle. Denn das nach Vers
51 c in dem Sühne- und Opfertod für die Welt hingegebene »Fleisch« und das
im Opfertod vergossene »Blut« werden zum Essen und Trinken gegenwärtig
gesetzt. Daß dabei nicht nur die Materie »Fleisch« und »Blut« gemeint ist,
sondern die Person Jesu, ist durch Sprachgebrauch und Zusammenhang gewährleistet.
Die Worte »Fleisch« und »Blut« bezeichnen ja jeweils den ganzen Menschen
Jesus unter
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einem
bestimmten Gesichtspunkt, nämlich sowohl in seiner Leibhaftigkeit als auch in
seiner Opferhingabe. Sie sind also nicht opferterminologisch von dem vom Blute
getrennten Fleische, sondern pneumatologisch-anthropologisch vom konkreten
Menschen zu verstehen. Dies kommt noch deutlich zum Ausdruck, wenn Jesus in
Vers 57 wieder zurückgreift zu der der eucharistischen Satzfolge vorausgehenden
Formulierung (Vers 51a): Wie ich durch den Vater lebe, wird auch, der mich ißt,
durch mich leben. Jesus selbst wird den Menschen als der Quell des Lebens zugänglich,
indem ihnen sein Fleisch und Blut dargereicht wird. Der Glaube, durch welchen
der Mensch das Leben Jesu ergreift, vollzieht sich in dem Essen des Fleisches
und dem Trinken des Blutes, unmittelbar in dem Essen des Brotes und dem Trinken
des Weines. Diese Materien werden in eins gesetzt mit dem Leibe und mit dem Blute
Jesu, und zwar mit dem geopferten Leibe und dem geopferten Blute, also mit dem
geopferten Herrn selbst. Brot und Wein erscheinen als Sinnbilder, und zwar nicht
bloß in dem verblaßten Sinn unserer heutigen Sprache, sondern in jener
Bildwirklichkeit, welche dem antiken Denken eigentümlich ist.