2.
Kapitel
Schriftzeugnis:
die Texte
Die
neutestamentlichen Schriften bieten uns verschiedenartige, im Ganzen aber doch
zusammenstimmende Zeugnisse für die Eucharistiefeier. Wir finden die Texte im
ersten Brief an die Korinther, in den synoptischen Evangelien sowie im
Johannesevangelium und in der Apostelgeschichte. Der Hebräerbrief bietet uns,
wie man im Gegensatz zu vielen theologischen Interpretationen sagen muß,
keinen eucharistischen Text. Er schildert vielmehr den Tod Jesu Christi auf dem
Hintergrunde des alttestamentlichen Opfergeschehens als das heilbringende und
endgültige Opfer. Hierbei verwendet er liturgische Formeln, welche seinen
Lesern vertraut und daher geeignet sind, sowohl den Zusammenhang zwischen dem
Alten und dem Neuen als auch den Fortschritt und den Gegensatz aufzudecken.
Die
Eucharistiefeier geht auf das Abendmahl Jesu mit den Zwölfen zurück. Nach H.
Schürmann (LThK, 3, 1959, 1143) liegt die »literarisch erreichbare älteste
und
92
dem
Wortlaut Jesu zunächstkommende Gestalt ... in dem besonders von Lukas (22,19f)
und Paulus (1 Kor 11, 23ff) bezeugten und aus diesen zusammen mit Mk (14,22ff)
rekonstruierbaren urapostolischen Einsetzungsbericht« vor. (Anders, wie sich
gleich zeigen wird, W. Kasper).