3.
Sakramentalität des Wortes
Wenn
alles Tun der Kirche sakramentalen Charakter hat, dann gilt dies auch und in
besonderer Intensität vom Wort, von der Verkündigung der Kirche. Denn dieses
ist ein alles kirchliche Heilstun umgreifendes und bestimmendes Element. Es hat
auch konstitutive Kraft für das Zustandekommen des Sakrament genannten
Zeichens.
Es
ist, wie schon an dieser Stelle gesagt sei, eine inadäquate, ja irreführende
Sprechweise, wenn man den Wortgottesdienst vom eucharistischen Gottesdienst
abhebt. Denn gerade in diesem hat das Wort eine entscheidende Funktion. Ebenso
ist es mißverständlich, ja irreführend, wenn man die evangelischen Kirchen
als Wortkirchen, die katholische jedoch als Sakramentskirche bezeichnet. Eine
solche Alternative verkennt den wahren Sachverhalt.
4.
Kapitel
Die
Kirche als wirksame Heilsgemeinschaft
1.
Sendung der Kirche durch Christus
Christus
hat der Kirche seine eigene Sendung aufgegeben. Es gehört zu ihren Ermächtigungen
und Verpflichtungen, ja es ist der Sinn ihres Seins und ihres Lebens, das
Heilswerk und die Heilsgüter, die Christus hinterlassen hat, allen Menschen zugänglich
zu machen. Man kann die Kirche in einem zweifachen Sinne
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interpretieren:
als Heilsgemeinschaft und als Heilsanstalt. Die Kirche ist einerseits die
Gemeinschaft der an Christus Glaubenden, d.h. jener, denen die Heilsgüter
Christi geschenkt worden sind, die sich als die Geretteten betrachten dürfen,
insofern sie ihren Christusglauben durchhalten und nicht zu den alten Unheilsmächten
zurückkehren. In ihnen wirkt sich das Heilstun Jesu Christi ständig aus (vgl.
G. Girones, La humanidad salvada y salvadora, Valencia 1969).
Die
biblischen Ausdrücke von der Kirche als dem Volke Gottes, als dem Tempel und
dem Haus Gottes, weisen darauf hin, daß die Kirche als solche und nicht nur
ihre einzelnen Angehörigen durch Christus im Heiligen Geiste dem Vater Preis
und Liebe zu schenken berufen ist.
Darüber
hinaus hat jedoch die Kirche, die das Heil schon empfangen hat, die Fähigkeit
und die Aufgabe, das Heil zu vermitteln, nicht in eigener Verfügung, sondern
als das Werkzeug Jesu Christi. Dies verleiht ihr den Charakter eines
Universalsakramentes. Infolge ihrer heilsmittlerischen Funktion kann sie die
geistliche »Mutter« der Menschen genannt werden.