4.
Numerische oder symbolische Zählung?
Entscheidende
Bedeutung hat für die Festlegung und Durchsetzung der Siebenzahl Petrus
Lombardus. Wenn Petrus auch auf die Siebenzahl noch kein allzugroßes Gewicht
zu legen scheint, so hat sich doch dank dem großen Einfluß seiner Sentenzen
die Siebenzahl im 13. Jahrhundert rasch das theologische Feld erobert. Man
suchte sie nicht nur mit bestimmten Schrift- oder Vätertexten, sondern auch, ja
vor allem mit der heiligen Zahl sieben, also symbolisch zu begründen. Die
Siebenzahl wurde von den einen als notwendig, von den anderen wenigstens als
konvenient
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betrachtet.
»Die Zahl drei bedeutet die Gottheit, die Zahl vier die gesamte Schöpfung, so
daß die Summe von sieben die Vereinigung des Göttlichen und des Geschöpflichen
darstellt. Nach der Heiligen Schrift gibt es ferner sieben Gaben des Heiligen
Geistes, einen siebenarmigen Leuchter, sieben Schaubrote im Tempel, ein Buch mit
sieben Siegeln, welches das Lamm geöffnet hat, und schließlich sieben Worte
Jesu am Kreuze. Es werden in der Theologie sieben Werke der Barmherzigkeit,
sieben Haupttugenden und sieben Hauptsünden gezählt« (J. Finkenzeller, Die
Zählung der Sakramente, in: Wahrheit und Verkündigung. Festschrift M.
Schmaus, 1967, II, 1020; der ganze Artikel S. 1005 bis 1033).
Man
darf die Frage stellen, ob das Konzil von Trient die von ihm verkündete
Siebenzahl streng numerisch verstehen wollte. Dafür scheint der Zusatz zu sprechen
»nicht mehr und nicht weniger«. M. Seybold stellt jedoch in einer sehr exakten
Analyse des Werdegangs der kirchlichen Aussage die Frage, ob etwa das Konzil
mit der genannten Formel nur sehr entschieden und handgreiflich die Wirksamkeit
der Sakramente überhaupt, und zwar gegenüber der reformatorischen These von
der Rechtfertigung nur durch den Glauben lehren wollte. In der
nachtridentinischen Theologie wird diese Meinung gelegentlich nachdrücklich
vertreten (M. Seybold, die Siebenzahl der Sakramente. Conc. Trid., S. VI,
can.1, in: MThZ
27, 1976, 124-138).
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