3.
Heilswirken des einzelnen Getauften
Die
aus der Sakramentalität der gesamten Kirche, d.h. von Christus selbst
entspringende Heilsvermittlung eines jeden einzelnen Getauften für jeden
einzelnen Getauften und darüber hinaus für alle hat zwar die Verbürgung
durch die Verheißung Jesu Christi. Da sie aber nicht an bestimmte, aus der
apostolischen Zeit stammende Zeichen gebunden ist, erreicht sie nicht jene
konkrete Gestalt wie die bekannten heiligen Riten. Sie ist eine Vermittlung aus
der Liebe allein, eine Vermittlung aus dem Heiligen Geist. Daß jeder
Getaufte, ja sogar ein Ungetaufter die Taufe spenden kann, stellt eine dem
Heilswillen Gottes gemäße besondere Situation dar. Im Ehesakrament, das die
Ehepartner sich gegenseitig spenden, ist die Kirche durch den Priester
beteiligt (siehe die Darstellung des Ehesakramentes). Dabei ist von nicht zu
unterschätzender Bedeutung die in der Heilsvermittlung erfolgende Begegnung
von Mensch zu Mensch. Die Art der menschlichen Begegnung in der rein natürlichen
Dimension spielt hierbei keine geringe Rolle. Die Begegnung von Mensch zu Mensch
hat einen unabsehbaren verborgenen Hintergrund. Denn indem ein Mensch liebend
auf den anderen zugeht, geht Gott selbst auf den anderen zu. Indem der
andere die auf ihn zukommende liebende Bewegung aufnimmt, nimmt er Gott selbst
auf oder vielmehr Gott nimmt die von ihm ausgegangene Liebesbewegung in der
Gestalt des geliebten Menschen auf. So ist Gott sowohl Ausgang als auch Ziel
einer jeden heilshaften menschlichen Begegnung.
Nach
unseren bisherigen Ausführungen erhebt sich die Kirche zu dem Vollzug ihrer
sakramentalen Struktur in einer zweifachen Weise: in der Wortverkündigung
und im sakramentalen Zeichen. Diese Unter-
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Scheidung
kann indes nicht in einer adäquaten Weise durchgeführt werden. Denn das Wort
ist auch konstitutives Element des sakramentalen Zeichens. Es hat also eine
umgreifende Funktion. Es spielt im kirchlichen Heilstun die Hauptrolle. Die
Kirche verwirklicht das Heilswort als hörbares Wort der Verkündigung und als
sichtbares Wort des Zeichens.
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