18. Existenzmacht des metaempirischen Bereichs

 

Man kann zu einer solchen Erklärung nicht etwa sa­gen, daß der metaempirische, ontologische Bereich wirklichkeitsschwach oder wirklichkeitsarm sei, daß also mit einer solchen Verwandlung nicht viel gewon­nen sei, daß vielmehr so die eucharistische Wirklich­keit ausgehöhlt oder verdünnt werde und es letztlich doch bei der bloß symbolischen Gegenwart Jesu Chri­sti bleibe, ja daß der Glaube selbst in metaphysische Spekulationen zerflattere. Dieser Einwand sieht an der Wirklichkeitsmacht des Metaphysischen vorbei, ist ge­genüber den hintergründigen Prinzipien unserer Erfah­rung blind und unterschätzt die Macht der auch im Glauben wirkenden menschlichen Vernunft. Man braucht keineswegs die heute viel angefeindete plato­nische oder neuplatonische Denkweise zu vertreten, um die Überzeugung zu haben, daß der Bereich des Unsichtbaren wirklichkeitsstärker ist als die Dimension des Erfahrbaren und des Sichtbaren. Er ist zwar selbst nicht unmittelbar greifbar und meßbar. Es ist jedoch hier ähnlich wie mit der menschlichen Geistseele oder mit den ideellen Entwürfen der naturwissenschaftli­chen Forschung. Mag die Geistseele auch nicht unmit­telbar in Erscheinung treten, so ist sie doch in dem und durch den Leib sichtbar und faßbar, und zwar als das Bestimmende und Prägende. Es gilt ferner:

Die Entwürfe des Naturforschers gehen der For­schung selbst voraus. Diese käme ohne solche Ent-

 

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würfe gar nicht in Bewegung. Sie ist geradezu deren Durchführung und kann daher nur bestätigen oder korrigieren, was im Geiste des Naturforschers schon präexistiert. Es kommt hinzu und bleibt dabei, daß die personale Gegenwart Jesu Christi, seine Selbstschen­kung, das Entscheidende ist. Die ontologische Gegen­wart ist die Grundlage für die personal-dynamische. Es wäre sinnlos, die reale Gegenwart Christi durch natur­wissenschaftliche Experimente feststellen zu wollen.

  

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