g) Eschatologische Ausrichtung des Mysterions
Dieser
Text des Apostels Paulus weist einmal auf die von den Mysteriengläubigen
ersehnte und ihnen versprochene erlösende Erkenntnis zurück, nach der sich
jeder Mensch ausstreckt, nämlich nach der Erkenntnis von dem tiefsten und
letzten Geheimnis des Menschen, von dem letzten Sinn seines Lebens, ein Verlangen,
das mit den natürlichen religiösen Anstrengungen offensichtlich nicht erfüllt
werden kann, wenngleich die Schöpfung und die Geschichte ein Vorentwurf Jesu
Christi sind und daher zu ihm vom
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Grunde
her in Beziehung stehen. Auch die alttesta-mentliche Tora, das alttestamentliche
Gesetz, die alt-testamentliche Offenbarung vermag nicht zu gewähren, was das
menschliche Herz verlangt. Sowohl die biblische wie die außerbiblische
Geschichte, ja das Gesamt der Welt ist einer rettenden und befreienden Zukunftsstunde
zugeordnet und auf sie hin unterwegs, in welcher sich das Verhüllte enthüllen
wird. Diese Enthüllung ist Jesus Christus und zwar in einer völlig unerwarteten
und zunächst auch unbegreiflichen Weise: als der Gekreuzigte. Erst seine
Auferweckung gibt das volle Verständnis dessen, wer und was Gott ist, und
woraufhin er den Menschen und die ganze Welt geschaffen hat.
Dieser
Christus, der die menschliche Geschichte und den Kosmos in der ihnen eigenen
letzten Sinnhaf-tigkeit durchsichtig macht, lebt und wirkt fort in der
sakramentalen Kirche, in der Menschliches und Göttliches in einer
spannungsreichen Heilsgemeinschaft verbunden sind. In dieser grundlegenden
Sakramentalität haben die Vorgänge, die wir in spezifischer Bedeutung
Sakramente nennen, ihre Wurzel (siehe J. Ratzinger, Zum Begriff des Sakramentes.
Eichstätter Hochschulreden 15, 1979).