5. Dinghafte und akthafte Erklärung
Der kurze Gang durch die Geschichte
zeigt, daß das Verständnis des Sakramentes zwischen dinghafter und akthafter
Vorstellung hin und her pendelt. Dem vollen Wesen des Sakramentes wird jedoch
nur die akthafte Interpretation gerecht. Die für das Zustandekommen des
Sakramentes entscheidende Wortkomponente bringt es mit sich, daß das
Sakrament als Handlung verstanden werden muß, naturgemäß als Handlung von je
spezifischer Eigenart. Diese Tatsache fordert jedoch, den Spender und auch den
Empfänger
58
in das »Zeichen«
einzubeziehen, da die Handlung sich nicht selbst setzt. Daß auch der Empfänger
dazu gehört, ergibt sich daraus, daß die Zeichensetzung auf ihn gerichtet
ist. Ohne den Empfänger kommt das Sakrament nicht zustande. (Wie dies in der
Eucharistie abgewandelt wird, soll später gezeigt werden.) Der ganze
Zeichen-Komplex von Ding, Wort, Spender und Empfänger stellt die unsichtbare
Gnadenwirksamkeit dar, welche Gott durch Christus im Heiligen Geiste vollzieht.