16. Kapitel

 

Die Heilshaftigkeit der Eucharistie

 

 

1. Allgemeines

 

Wenn wir die sakramentale Struktur (sacramentum, res et sacramentum, res) auf die Eucharistie anwen­den, so tritt ein beträchtlicher Unterschied zutage. Denn die res et sacramentum genannte Realität, d.h. das vom äußeren Zeichen unmittelbar Gewirkte, das seinerseits wieder zeichenhaft ist und die res hervor­bringt, vollzieht sich nicht am Empfänger, sondern an Christus. Das Heil ist nicht wie bei den übrigen Sakra­menten nur eine Wirkung am Empfänger, sondern zu­gleich eine von dieser verschiedene, wenn auch auf ihn hingeordnete und ihn ergreifende Wirklichkeit, nämlich Leib und Blut Christi als Opferleib und Opfer­blut, damit aber Jesus Christus selbst als der gekreu­zigte und erhöhte Herr (so wie die ihm als ihrem Haup­te verbundene, als Opfernde aktuell anwesende Kir­che). Res et sacramentum sind sonach eine vielschich­tige und vielgestaltige Realität, welche Statisches und Dynamisches umfaßt. Diese ist wiederum der Grund für die vielfältigen Heilsfunktionen der Eucharistie.

 

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Zunächst sei betont: Wenngleich die Eucharistie die im Kultsymbol erfolgende Gegenwärtigsetzung des Heilstodes Jesu ist, so ist doch ihre Heilskraft nicht einfachhin identisch mit jener des Geschehens auf Golgota. Sie ist begrenzt. Denn die Eucharistie ist eine Aktua­lisierung des Kreuzestodes, welcher sich noch in vielen anderen Weisen heilshaft erweist, insofern er in allen Vorgängen des mystischen Leibes Christi wirksam ist. Man kann die durch die effektive Gegenwärtigsetzung des Heilstodes Jesu erzielte Heilswirkung zusammen­fassend als neue und tiefere Teilnahme an der durch Je­su Tod gegründeten heilshaften Gottesordnung (Got­tesbund} bezeichnen.

 

   

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