2. Christusbezug aller Dinge

 

So stehen alle Dinge in einem lebendigen Bezug zu Christus. Sie haben ihren innersten Sinn, der freilich von der Naturwissenschaft und auch von der Philoso-

 

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phie und von der Geschichtswissenschaft auf keine Weise festgestellt werden kann, Symbolcharakter. Sie sind Symbole Jesu Christi. Wenn sie in die Sinnbild­lichkeit seiner menschlichen Natur aufgenommen wer­den, erfüllt sich an ihnen, was von dem Schöpfungs­sinn in ihnen investiert ist. Durch die Aufnahme in die sakramentale Zeichenhaftigkeit erhalten die Dinge An­teil an dem sakramentalen Sinn des Menschen Jesus, naturgemäß, ohne daß ihnen Heiligungskräfte einge­stiftet werden (dies wäre Magie).

In Jesus Christus wird sowohl die Welt als Schöp­fung als auch die Welt als Geschichte durchsichtig und in ihrer Tiefe verständlich. Er ist gewissermaßen die In­terpretation der Schöpfung und der Geschichte (siehe Band 3). So ist er die Offenbarung der Weisheit Got­tes, einer Weisheit, welche für die Welt Torheit ist. Diese Weisheit, die sich in ihm als dem Gekreuzigten offenbart, ist nicht »die Weisheit der Philosophen«, sondern des Heilshandelns Gottes für die Menschen, der Pro-Existenz Gottes für das menschliche Heil, für die Erfüllung, für die Vollendung der Schöpfung und der Geschichte. Die höchste Vollzugsform dieser Ent­hüllung der Weisheit Gottes und der Sakramentalität Christi ist der Kreuzestod. Die Selbstmitteilung Gottes und die Hingabe Jesu haben die Kreuzesgestalt ange­nommen, weil Jesus als der Repräsentant der ganzen Menschheit jene menschliche Lebensform übernom­men hat, welche dem aus Adams Geschlecht stam­menden Menschen zukommt. Die Gnadenhaftigkeit des Kreuzestodes Jesu schließt in sich die Versöhnung mit Gott, den Frieden des einzelnen Menschen mit sich (Gewinnung seines wahren Selbstseins) und mit anderen, die Befreiung von der Todesangst, die Freu­de, die Eröffnung eines neuen unvergänglichen Le­bens.

 

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