12. Kapitel

 

Die unmittelbar nachapostolische Situation

 

Wie lange sich trotz solcher Ansätze in den paulini-schen Gemeinden die im Philipperbrief und in der Apo­stelgeschichte zutage tretende Organisationsform ge­halten hat, wird deutlich im Briefe des Bischofs Polykarp aus Smyrna an die Gemeinde in Philippi. Polykarp ist örtlicher Oberbischof. Er adressiert sein Schreiben an die Gemeinde Gottes in Philippi. Als Amtstrager nennt er nur die Diakone und die Presbyter. Die Ent­wicklung vom kollegialen zum monarchischen Episko­pat hat sich in Philippi um die Mitte des zweiten Jahr­hunderts noch nicht vollzogen.

 

13. Kapitel

 

Die Johanneischen Gemeinden

 

Anders als in den paulinischen Gemeinden ist die kirchliche Verfassung in den Johanneischen. In ihnen haben die örtlichen Vorsteher eine größere Selbstän­digkeit gegenüber den Aposteln. Es ist wahrschein­lich, daß die 7 Engel, welche die Johannesapokalypse nennt, als Bischöfe zu verstehen sind. Wenn dies zu­trifft, dann wagt es der Bischof sogar, dem Apostel Widerstand zu leisten.

In der nachapostolischen Zeit entwickelt sich in den Johanneischen Gemeinden der Einzelepiskopat sehr

 

42

 

 

schnell. So bildet sich die Dreiheit von Bischöfen, Prie­stern und Diakonen aus der ihr vorausgehenden Zweiheit von Bischöfen und Priestern.

 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Band V-2