2. ABSCHNITT

 

Die Nachfolger der Apostel im allgemeinen

 

  

1. Kapitel

 

Die Faktizität

 

Die Amtsträger in der Kirche sind solche als Nach­folger der Apostel. Das Problem der Nachfolge soll zu­nächst prinzipiell, sodann für die einzelnen kirchlichen Ämter gesondert behandelt werden. Es wird wohl auf­grund der Quellenlage für immer unmöglich sein, den historischen Vorgang genau zu schildern, durch den es am Ende der apostolischen Zeit zu der Dreigliedrig­keit von Bischof, Priester und Diakon gekommen ist. Von dieser Frage des historischen Werdens ist jedoch die dogmatische Wirklichkeit zu unterscheiden. So­wohl die Texte der Schrift als auch die sie auslegenden ältesten Vätertexte sprechen für die angeführte Drei­gliedrigkeit mit jener Deutlichkeit, welche für katholi­sche Glaubensaussagen hinreichendes Fundament ist.

Zunächst muß man negativ feststellen, daß wir in der Schrift nirgends ein Wort finden, nach welchem Christus den Aposteln formell geboten hat, Nachfol­ger zu bestellen bzw. die ihnen selbst übertragene Sendung in bischöflichen und priesterlichen Teilfor­men weiterzugeben. Es lag jedoch in der Sache selbst, nämlich in der den Aposteln übertragenen Aufgabe beschlossen, daß sie Nachfolger bestellten. So ist die Kirche wesentlich »apostolisch«. Alle stimmen darin

 

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überein, daß die Kirche Jesu Christi apostolisch sein müsse. Die Unterschiede liegen in der Erklärung des apostolischen Gepräges.

Unverkennbar ist die Kirche apostolisch aufgrund ihres Ursprungs, ebenso aufgrund ihrer Lehre. Die Kir­che Christi weiß ihre Lehre identisch mit der von den Aposteln verkündeten Christusbotschaft. Die katholi­sche Kirche ebenso wie die orthodoxe und die anglika­nische (deren Selbstverständnis hierin allerdings von der katholischen Kirche bisher nicht als gültig anerkannt worden ist) fügen als drittes wesenswichtiges Element der Apostolizität die apostolische Nachfolge (Sukzes­sion) hinzu und verbinden dieses dritte Element eng mit dem zweiten. Die Apostolizität der Lehre ist in der successio apostolica gewährleistet, der Sinn der apostolischen Sukzession wiederum liegt in der unverkürzten und unentstellten Verkündigung der Botschaft Jesu, in der Weitergabe des reinen Evangeliums. Die aposto­lische Sukzession ist die Gestalt der Überlieferung der apostolischen Lehre. Die Überlieferung der apostoli­schen Lehre hat die Gestalt der Sukzession (J. Ratzinger, Primat, Episkopat und successio apostolica, in: K. Rahner, J. Ratzinger, Episkopat und Primat, Frei­burg 1961).

 

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