9. Kapitel

 

Paulinische Gemeinden

 

Eine andere Situation begegnet uns in den paulini-schen Missionsgemeinden außerhalb Jerusalems. Wir werden wohl annehmen dürfen, daß die Apostel und

 

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die von ihnen gewählten Mitarbeiter wie Philippus, Timotheus, Apollos, Titus, Silas, Sosthenes nach der Art von Wandermissionaren christliche Gemeinden zu gründen versuchten. In diesen setzten die Apostel Lei­ter ein, die oft keine bestimmten Titel hatten. Die Sa­che ging der sprachlichen Kennzeichnung voran. Un­sere Nachrichten über die Vorgänge sind äußerst spär­lich. Wir dürfen jedoch annehmen, daß sich die Ent­stehung einer christlichen Gemeinde im allgemeinen so abgespielt hat, wie es in der Chronik von Arbela und in der Kirchengeschichte des Eusebius geschildert wird. Soweit die paulinischen Gemeinden aus den äl­teren Paulusbriefen greifbar sind, so können wir aus dem Römerbrief (12,6-8) und dem ersten Korintherbrief (12,28-30) ersehen, daß es in ihnen die vorhin genannten Dienste gab, die von den vom Heiligen Geist selbst erweckten Gläubigen ausgeübt wurden, ohne daß immer eine autoritative Bestellung stattge­funden hätte. Paulus verwirft diese Vorgänge nicht. Er fordert nur die rechte Einordnung in das ganze brüder­liche Gemeindeleben (1 Kor 12).

Das Entscheidende ist, daß alle Dienste dieser Art der Auferbauung der Gemeinde dienen, auf daß alle Gemeindeglieder eins seien im Glauben, in der Hoff­nung und der Liebe. Diese vielfältigen Dienste waren nicht alle von Dauer. Sie wurden allmählich in einigen wenigen Ämtern zusammengefaßt. Paulus selbst übt aus der Ferne eine wachsame Autorität aus (H.Zeller - K.H.Schelkle - J.P.Michael, Amt, in: Lex. f. Theol. u. K., 1 Freiburg 19572, 451-455; Schlier, Grundele­mente des priesterlichen Amtes im Neuen Testament, in: Zeitschr. f. kath. Theologie 91, 1969, 161 - 180. 0. Semmelroth, Die Präsenz der drei Ämter Christi im gemeinsamen und besonderen Phestertum der Kirche, ebda.,81-195).

 

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