2.
Kapitel
Begriff
Das
Wort »Diakon« bedeutet zunächst den Diener bei der Mahlzeit (vgl. Joh 2,5.9).
Es hat im Neuen Testament eine eigentliche und eine übertragene Bedeutung.
Die erstere wiederum kann allgemein oder eng sein. In der allgemeinen Bedeutung
meint das Wort den Diener eines Herrn oder auch seiner Mitmenschen (Mt 22,13; Mk
9,35; 10,43; Mt 20,20; 23,11). Im engeren Sinne ist jeder Christ Diener
Christi (Joh 12,26; 2 Kor 11,23) oder Gottes (2 Kor 6,2ff). Paulus nennt sich
und andere, die sich Christus als Apostel oder als Evangelisten zur Verfügung
stellen, Diener Gottes (1 Thess 3,2) oder Christi (1 Kor 3,5; Kol 1,7; 4,7).
Im
übertragenen Sinn kann jemand Diener des Guten oder des Bösen, des Evangeliums
oder der Sünde sein.
Das
Wort Diakon bedeutet jedoch auch den Inhaber eines Gemeindeamtes in der sich
bildenden Hierarchie (Phil 1,1; 1 Tim 3,8.12). Der Diakon wird im Philipperbrief
(1,1) im Zusammenhang mit den Bischöfen und nach ihnen genannt. Ähnlich ist
der Sachverhalt im ersten Timotheus-Brief (3,1 ff). Dem Diakon obliegt die
Verwaltung und Liebestätigkeit in der Gemeinde. Ethisch-religiöse Anweisungen
für die Bestellung zum Diakon werden im gleichen Briefe gegeben (1 Tim 3,8-13).
Die Diakone sollen voll des Heiligen Geistes sein, ehrbar, nicht doppelzüngig,
nicht dem Weine ergeben, nicht geldgierig. Sie sollen das Geheimnis des
Glaubens in reinem Gewissen bewahren. Ihre Frauen sollen ebenfalls ehrbar, nüchtern,
treu und nicht verleumderisch sein. Ihrem eigenen Hause sollen die Diakone
gut vorzustehen vermögen.
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