4.
Kapitel
Amtsträger
in der apostolischen Zeit
Dem
Bilde der apostolischen Zeit und der ältesten Kirche entspricht jedoch nur die
These, daß, wenngleich jedermann für Christus Zeugnis abzulegen hat, die
authentische, sozusagen die verbindliche Verkündigung durch die von Christus
im Heiligen Geiste Beauftragten geschieht. Dies waren zunächst die Apostel.
Die Apostel haben ihrerseits bald Mitarbeiter und Gehilfen bestimmt. Diese
hatten mannigfache und vielfältige Aufgaben. In der ersten Zeit gab es keine
einheitliche Terminologie für die Benennung der apostolischen Helfer und
Mitarbeiter. Dies ist für die Epoche der werdenden Kirche nicht
verwunderlich, sondern selbstverständlich. Christus selbst hat nach Lukas
(10,1-20) nicht nur die Zwölf um sich gesammelt, sondern weitere Jünger. Der
Text bei Lukas erinnert an die alttestamentliche Szene (Num 11,16f), nach welcher
sich Mose auf Geheiß Gottes 70 angesehene
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Männer
zugesellen mußte, damit sie mit ihm das Volk regierten. Sie empfingen von
seinem Geiste, d.h.: sie nahmen an seiner Autorität teil.
Bald wurden in der apostolischen Zeit auch solche Mitarbeiter und Gehilfen »Apostel« genannt, insbesondere der auf Anregung des Petrus zur Ergänzung des Zwölferkollegiums nach dem Ausscheiden des Judas gewählte Matthias (Apg 1,2. 15-26), aber auch andere, so Jakobus, der Bruder des Apostels Jakobus, nach Petrus das Haupt der Jerusalemischen Gemeinde (1 Kor 15,7), und andere »Herrenbrüder«. Auch einige urchristliche Missionare erhielten diesen Namen: Barnabas (1 Kor 9,5f), Junias, Andronicus (Röm 16,7), Apollos (1 Kor 4,6.9), Silas, Timotheus (1 Thess 2,7). Wahrscheinlich kam die weitere Bedeutung des Wortes in Antiochien zunächst für die missionierenden bevollmächtigten Christuszeugen auf (Apg 13,2f; 14,4). Im Hebräerbrief (3,1) wird Christus selbst Apostel genannt, insofern er der Gesandte, der Beauftragte und Bevollmächtigte