2. Auswahl der Zwölf — eigene Initiative Jesu

 

Eines der wichtigsten und folgenreichsten Ereignis­se in der öffentlichen Wirksamkeit Jesu war die Aus­wahl der Zwölf (wohl aus dem Kreise der »Jünger«, [Mk 3,13-19, 6; Mt 10,1-4; Lk 6, 12-16]), die im übri­gen auch die »Jünger«, die »zwölf Jünger«, die »Apo­stel« genannt werden (z. B. 1 Kor 15,5; Joh 6,67 und die synoptische Überlieferung). Der Vorgang kann nicht in Zweifel gezogen werden, wenngleich weder der konkrete Ablauf noch die Zeit der Berufung ge­schichtlich bestimmt werden können und nur Jako­bus, Petrus und Johannes und in etwa Philippus, Tho­mas und Judas Iskariot deutliches Profil haben. Die Evangelisten haben die Berufung der Zwölf jeweils an verschiedenen Stellen ihrer Gesamtkomposition einge­ordnet. Markus, der den ältesten Bericht bringt, will offensichtlich gegenüber der Blindheit der Jesu zuju­belnden, ihn aber bald verwerfenden Welt betonen, daß Jesu souveräne Wahl und seine Liebesbemühun­gen um die Erwählten wenigstens einen Anfang von Verstehen erhoffen lassen.

Die Wahl der Zwölf entsprang ausschließlich der Ini­tiative Jesu. Er allein bestimmte, wer dem Kreis ange­hören sollte. Trotz mancher Schwankungen in der Na­mensliste, die den Evangelisten natürlich aus der Über­lieferung bekannt war (Mk 13,13-19; Mt 10,2ff; Lk 6,14ff; Apg 1,13; Joh 1,40ff), kann nicht bezweifelt werden, daß Jesus den Zwölferkreis in einem gewis­sen Sinne als Gruppe, als »Kollegium« wollte (vgl. 1 Kor 15,5; Mk 3,14). Die von ihm in den Zwölferkreis Berufenen genossen eine Sonderstellung.

 

 

 

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