2. Das Mahl — Sinnbild der neuen Gemeinschaft

 

Jedes Mahl ist Sinnbild brüderlicher Gemeinschaft. Das Abschiedsmahl, das Jesus mit den Seinen be­ging, vollzog diesen Sinn in einer besonderen Tiefe. Denn er saß nicht nur mit den Seinen brüderlich um den gleichen Tisch. Er schenkte sich vielmehr ihnen selbst zur Speise. Seine Worte: »Nehmet hin und es­set, das ist mein Fleisch, nehmet hin und trinket, das ist mein Blut« bedeuten ja nichts anderes als die Tatsa-

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che, daß er sich selbst den Seinen in einer vorbehaltlo­sen Weise schenkt. Sie konnten ihn im Glauben so in­nig in sich aufnehmen, daß sie eins mit ihm wurden und so auch untereinander zu einer bisher nicht ge­kannten Brüderlichkeit zusammenwuchsen. Sie waren zwar eine Einheit im Geist, wurden aber an jenem Abend gewissermaßen »blutsverwandt«. Sie wurden in dieser Stunde ein Leib, und zwar ein Leib in Jesus. Paulus drückt dies einmal mit dem Worte aus: »Weil wir von einem Brote essen, sind wir ein Leib« (1 Kor 10,17). Daß sich Jesus den Seinen im Zeichen des Mahles, im Zeichen von Brot und Wein, schenkte, brachte seine Absicht ans Licht, daß er sich ihnen in einer Intensität hingeben wollte, welche keiner Steige­rung fähig war. Es ist wichtig zu beachten, daß Jesus von dem »Leibe« spricht, der hingeopfert wird, und von dem »Blute«, das ausgegossen wird. Damit wird gesagt, daß seine ganze Existenz und sein ganzes Le­ben vorbehaltlose Hingabe an den Vater und zwar im Namen und für alle Menschen und so zugleich vorbe­haltlose Hingabe an die Menschen selbst ist, reine Pro-Existenz.

 

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