4. Kapitel

 

Das Geistwirken als Liebe

 

Eine Wirkung der Geistesgegenwart in der jungen Kirche war das blühende Leben, welches in der Apo­stelgeschichte (2, 42-47) geschildert wird. Die Glieder der Erstlingskirche auf dem Fundamente der apostoli­schen Verkündigung, von heiliger Gottesfurcht ob all der vielen Wundertaten geeint, waren so sehr ein Herz und eine Seele, daß sie mit Freude und in opferbereiter Liebe die lebensnotwendigen Güter mit den Hilfsbe­dürftigen teilten. Ihr Leben war durch die Geisteskräfte geprägt und gedrängt, so daß man später sagen konn­te, die Kirche sei auf dem Fundament der Apostel und der Propheten (jener Geistträger, die nicht Apostel wa­ren) aufgebaut (Eph 2,21).

Die Kirche ist nach diesen Darlegungen eine Wirk­lichkeit von oben, nicht von unten, eine Setzung Got­tes, nicht eine in freiem Zusammenschluß erfolgte Setzung von Menschen, etwa zur Besorgung religiö­ser Bedürfnisse. Auf der anderen Seite ist jedoch zu betonen (vgl. Enz. »Mystici Corporis«, 1943), daß ohne

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die freie Entscheidung der von Gott zur Kirche Berufe­nen die Gliedschaft in der Kirche nicht zustande kommt. Sie kann wie Jesus selbst auch von unten ge­sehen werden.

In diesem Sinne ist die Kirche trotz ihrer alter menschlichen Gründung vorausliegenden göttlichen Wirklichkeit gewissermaßen auch die »freie Gefolg­schaft« ihrer Angehörigen, insofern diese in freiem Entschluß durch Glauben und Taufe sich in die Kirche eingliedern. Wenn allerdings ein Mensch einmal Glied der Kirche geworden ist, bleibt er es für immer. Denn in der Taufe empfängt er ein unzerstörbares Prägemal (sakramentaler Charakter).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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