2.
Kapitel
Das
II. Vatikanische Konzil
Das
II. Vatikanische Konzil hat diesen Sachverhalt in folgender Weise ausgedrückt
(Konst. De ecclesia, 8): »Der einzige Mittler Christus hat seine heilige
Kirche, die Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, hier auf
Erden als sichtbares Gefüge verfaßt und prägt sie unabläßlich. Durch sie
gießt er Wahrheit
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und
Gnade auf alle aus. Die mit hierarchischen Organen ausgestattete Gesellschaft
und der geheimnisvolle Leib Christi, die sichtbare Versammlung und die geistliche
Gemeinschaft, die irdische Kirche und die mit himmlischen Gaben beschenkte
Kirche sind nicht als zwei verschiedene Größen zu betrachten, sondern bilden
eine einzige komplexe Wirklichkeit, die aus menschlichem und göttlichem Element
zusammenwächst (vgl. Pius XII., Enz. ,Mystici Corporis'; derselbe, Enz. ,Humani
generis', 1950, DS 3884f). Deshalb ist sie in einer bedeutenden Analogie dem
Mysterium des fleischgewordenen Wortes ähnlich. Wie nämlich die angenommene
Natur dem göttlichen Wort als lebendiges, ihm unlöslich geeintes Heilsorgan
dient, so dient auf eine ganz ähnliche Weise das soziale Gefüge der Kirche dem
Geiste Christi, der es belebt, zum Wachstum seines Leibes (vgl. Eph 4,16).«
Es
sind vor allem drei Selbstbezeichnungen der Kirche, in denen sich ihr Glaube
an die Verbindung des Göttlichen mit dem Menschlichen, an die Präsenz ihres
himmlischen Herrn in der sichtbaren Gemeinschaft der Gläubigen darstellt, nämlich
das Bild vom Volke Gottes, jenes von der Kirche als dem Leibe Christi und jenes
von der Kirche als der Braut Christi. Die Bilder drücken je eine andere Seite
an der Kirche aus. Sie stehen untereinander in Verbindung und Spannung.
Gemeinsam ist allen die Überzeugung von der lebendigen Bezogenheit der
Gemeinschaft der Christgläubigen auf den in ihr im Heiligen Geiste gegenwärtigen
himmlischen Herrn und dessen Vater.
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